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Andrea

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Andrea Schatz
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Cover: 24 Wochen (2016)

Andrea

Andrea hat 24 Wochen am 21.04.2017 gesehen und empfohlen.

10.0
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Cover: 24 Wochen (2016)

Andrea zu 24 Wochen

Ein mutiger, radikaler Film von großer Wucht und eine zutiefst humanistische Inszenierung, die schwer auszuhalten ist.
Es erwischt einen tief drinnen, denn gezeigt wird das, was andere abblenden: die Einsamkeit einer existenziellen Entscheidung. Einer Entscheidung, deren Tragweite nicht überschaubar ist.
Julia Jentsch spielt diese Frau mit großem Mut zum Risiko.
Und Bjarne Mädel agiert, jenseits seines Komiker-Images, absolut überzeugend in der Rolle des optimistischen und zugleich fragilen Ehemanns.
Dazu kommen echte Ärzte und Hebammen, die sich - ganz großartig - selbst spielen.
Das Thema wird dermaßen authentisch, präzise, komplex verhandelt und entfaltet dadurch eine unmittelbare und enorme Wirkung.
Dazu tragen auch die halbdokumentarische Arbeitsweise der Regisseurin Anne Zorah Berrached (Improvisieren auf Basis des Drehbuchs) und die Bilder voller Anspannung und größtmöglicher Nähe des Kameramanns Friede Clausz bei.

10.0
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  • 0
Cover: Wild (2016)

Andrea

Andrea hat Wild im April 2017 gesehen und empfohlen.

9.0
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Cover: Wild (2016)

Andrea zu Wild

Am Anfang ist eine Frau, beinahe durchsichtig in ihrer alltäglichen Tristesse. Dann begegnet sie dem Wolf, der Gefühle in ihr wachruft, die sich für sie so anfühlen wie Liebe. Sie erwacht, auch sexuell. Und macht sich schließlich unabhängig von ihrem bisherigen Leben; sagt, was sie sagen möchte, und tut, was sie tun möchte.
So wurde weibliches Begehren, weiblicher Trieb noch nie gezeigt.
Mit einer verstörenden Radikalität und Anarchie und zugleich ungeheuren Energie.
Das wird in jeder Minute absolut glaubwürdig erzählt, gefilmt, gespielt.
Von Drehbuchautorin und Regisseurin Nicolette Krebitz, die von sich sagt, dass sie Leute immer eher ermutigen möchte, Dinge zu tun oder sich zu befreien von Sachen, die ihnen zu eng sind. Was zu riskieren.
Vom Kameramann Reinhold Vorschneider, der für jede Situation das richtige Bild findet.
Und v. a. von der furchtlosen Hauptdarstellerin - der Berliner Volksbühnen-Schaupielerin Lilith Stangenberg - die an ihre Grenzen geht und die Geschichte mit ihrem Körper beglaubigt.

9.0
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  • 0
Cover: '71: Hinter feindlichen Linien (2014)

Andrea zu '71: Hinter feindlichen Linien

Ich finde diesen Film gerade deshalb so eindrücklich, weil gar nicht erst versucht wird, die Ursachen der Gewalt und die Motive der Handelnden zu beleuchten – und damit evtl. Verständnis für eine der Seiten aufkäme.
Gezeigt werden eine verrohte Gesellschaft und der Kern von Krieg: töten, um zu überleben.
Dabei wird so universell erzählt, dass die Geschichte auch im syrischen Bürgerkrieg oder unter brasilianischen Gangs spielen könnte.
Jack O’Connel als Soldat Gary vermittelt seine Gefühle fast ohne Worte, unterstützt von einer durchschüttelnden, teils dokumentarisch anmutenden Handkamera.
Unbedingte Empfehlung für diese Anti-Kriegsparabel.

10.0
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  • 0
Cover: Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück (2016)

Andrea zu Captain Fantastic: Einmal Wildnis und ...

Schöne Idee, gute schauspielerische Leistungen, einzelne wirklich lustige Szenen. „Power to the people“, allein dieser rebellische Grundton macht Spaß. Besonderen Tiefgang darf man allerdings nicht erwarten. Aber alles in allem gelingt eine Balance zwischen dem Humor der Erzählung und der Erörterung ernsthafter Fragen.
Mir gefiel vor allem Viggo Mortensen, der als Ben oft bittere Pillen schlucken muss und ich mich immer fragte, ist er nun der schrecklichste Vater, der beste Vater oder irgendwas dazwischen?

7.0
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Cover: Von Menschen und Göttern (2010)

Andrea zu Von Menschen und Göttern

Es ist eine erstaunliche Welt, die Xavier Beauvois zu Beginn seines Films zeigt: Muslime und Christen helfen einander, arbeiten und feiern gemeinsam. Dabei zeigen sie Achtung für die Überzeugungen des anderen, was auch bedeutet, dass Grenzen respektiert werden. So wahrt hier jede Seite ihre soziale, kulturelle und religiöse Identität.
Es ist eine ideale, utopische Welt. Und doch muss es sie so ähnlich gegeben haben, bevor sie zerstört wurde. Denn dieser Film geht auf Tatsachen zurück.
Gezeigt wird wahrhaftiges Handeln - in einer Gemeinschaft, die nicht auf Besitz oder Gewalt gegründet ist.
Wir sehen aber keine Heiligen, sondern Menschen, die auf ihre individuelle Art zweifeln und zu Entscheidungen gelangen. Dabei entfaltet der Film eine große suggestive Kraft.
Wie viel Verantwortung übernehmen wir für die Gemeinschaft? Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen für unsere Überzeugungen und für die Menschen, die ihr Vertrauen auf uns setzen?
Es gibt leichte und schwere Wege. Man hat immer eine Wahl. Xavier Beauvois' großartigen Film empfand ich als Einladung, diese Wahl wahrzunehmen.

9.0
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  • 0
Cover: Ein Hologramm für den König (2016)

Andrea zu Ein Hologramm für den König

Die Story erschien mir verlockend und ebenso die - nach „Cloud Atlas“ - erneute Zusammenarbeit von Tom Tykwer und Tom Hanks.
Aber ich konnte nicht so recht andocken an diesem Film.
Westliche Welt und islamische Gebote, Moderne und Tradition, High-Tech und Menschlichkeitsbekundungen: alles durcheinander und latent unverbindlich.
Selbst die Globalisierung: leicht drollig.
Und die Figur der schönen, unglücklichen, reichen saudischen Ärztin sowie ihre Beziehung zum Protagonisten: ärgerlich kitschig und unglaubwürdig.
Eine solide Mainstream-Produktion für den Weltmarkt.

5.0
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  • 0
Cover: Arrival (2016)

Andrea zu Arrival

Nach all den (überflüssigen) Weltraum- und Materialschlachten endlich ein Science-Fiction-Film mit einer guten und klugen Geschichte!
Ereignispralles Kino und zugleich konzentriertes Kammerspiel mit philosophischer Dimension.
Denis Villeneuve inszeniert inmitten der globalen Weltuntergangshektik einen verlangsamten Ort, einen Denkraum.
Hier, und nicht in den Sphären der kriegstreibenden Militärstrategen wird die Zukunft der Menschheit entschieden. Das ist für mich die starke These dieses Films.

9.0
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Cover: Spotlight (2015)

Andrea

Andrea hat Spotlight am 11.10.2016 gesehen und empfohlen.

9.0
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Cover: Spotlight (2015)

Andrea zu Spotlight

Dieser Film spielt vor 15 Jahren, in ferner Vergangenheit also, denn seine Geschichte dreht sich um Zeitungsjournalisten. Wie sehr sich deren Arbeitsalltag verändert hat, wird zu Beginn deutlich. Kurz nachdem der neue Chefredakteur des Boston Globe (stark: Liev Schreiber) seinen Posten antritt, ruft er den Leiter des Investigativ-Teams Spotlight (meisterhaft: Michael Keaton) – so etwas wie die hauseigene Elitetruppe, mit eigenem Büro und eigenem Kodex – und fragt ihn, wie lange die Investigativen denn an einer Story arbeiten würden. „Etwa ein Jahr“, murmelt der. Worauf der künftige Chef kurz was vom Internet zurückmurmelt.
So lapidar der Regisseur und Drehbuchautor Tom McCarthy in diesem Dialog den beginnenden Umbruch in der Zeitungsbranche beschreibt, so engagiert widmet er sich dem Verbrechen, mit dem es die Journalisten zu tun bekommen.
Schnörkellos und hoch spannend erzählt er, wie der Boston Globe 2001 einen Pädophilie-Skandal in der römisch-katholischen Kirche der Ostküstenmetropole aufdeckt, der dann immer weitere Kreise zieht, bis er schließlich fast die ganze Welt erfasst.
Dabei verzichtet McCarthy auf jede Überemotionalisierung des Faktischen. Seine Perspektive bleibt konsequent journalistisch, so verbietet er sich jeden Abzweig zum Melodram.
Ein mitreißender Film!

9.0
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Cover: Shame (2011)

Andrea

Andrea hat Shame gesehen und empfohlen.

8.5
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Cover: Shame (2011)

Andrea zu Shame

Ich fand den Film extrem verstörend und beklemmend. Vielleicht noch mal besonders, weil ich eine Frau bin. Diese (männliche) Gier, diese Sucht, diese Sexualität ohne Emotionen sind mir fremd und unheimlich. Dennoch konnte ich sie nachvollziehen, denn sie werden von McQueen glaubwürdig dargestellt und von Fassbender hochpräzise und im wahrsten Sinne des Wortes ver-körpert. Und trotz intensiver Körperlichkeit, ist doch alles in Fassbenders Gesicht!
Der Film erklärt nicht und urteilt nicht. So schafft er Raum für Mitgefühl und viele Fragen. Weiß der Mann eigentlich, wer er wirklich ist? Was in ihm vorgeht? Dass seine Zwänge und (Sehn)-Süchte sich gegen ihn selbst richten? Seine Seele muss einen schlimmen Knacks bekommen haben, lange bevor der Film beginnt. Die Szenen mit seiner Schwester deuten es an …

8.5
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Cover: Auf brennender Erde (2008)

Andrea zu Auf brennender Erde

Guillermo Arriaga brachte es als Drehbuchautor von "Amores Perros" und "Babel" zu Ruhm.
Nun legt er in ähnlicher montagehaften Erzählweise sein Regiedebüt vor. Wechselt ständig Ort und Zeit und führt unvermittelt nebeneinander bestehende Charaktere ein. Wie bei einem Puzzle, dessen Gesamtbild nicht bekannt ist, muss man sich die einzelnen Teile des Films zusammensetzen. Das hat seinen Reiz. Der verliert sich aber, denn bald wird alles durchschaubar. Spätestens nach einer halben Stunde lassen sich Motive und Zusammenhänge vorhersagen. Was mich besonders störte: einerseits wird das konfliktreiche Verhältnis der Figuren immer wieder gezeigt und bis ins letzte psychologische Detail erklärt, anderseits bleiben die Charaktere schablonenhaft, werden reduziert auf Leidende und Schuldbeladene. So kommt kein Mitgefühl auf.
Schauspielerisch sticht Jennifer Lawrence als unberechenbarer Teenager hervor.
Die Landschaften sind grandios gefilmt. Sie sind mehr als bloße Szenerie, sie sind der Lebensraum der Charaktere. Arriaga gelingt es allerdings nicht, diese Bilder mit Leben zu füllen.

6.0
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